5 Fakten, die Sie über die Vergangenheit wissen müssen, um in Zukunft glücklich zu sein.


Bild: www.sxc.hu

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1. Wir sind Nostalgiker. Wie oft denken Sie an Dinge, die bereits in der Vergangenheit liegen? Täglich 10 Minuten, eine Stunde oder eher 10 Stunden? Wie häufig sagen Sie sich: „Ach, hätte ich doch…!“, „Ach, wäre doch gestern…!“ Doch das Leben ist kein Spiel von Konjunktiven. Es ist ein Spiel der Gegenwart – Also spielen Sie mit! Leicht gesagt, schwer getan? Unsere europäischen Wurzeln scheinen uns tatsächlich einen Strich durch die Rechnung zu machen: Europäer sind Nostalgiker, gelenkt vom Gewesenen, verliebt in die Vergangenheit. Wir sind „memory-driven“ sagen die Autoren Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler in ihrem Buch 50 Erfolgsmodelle – Kleines Handbuch für strategische Entscheidungen. Demnach widmen Europäer knapp die Hälfte ihres Denkens der Vergangenheit und ihren Erinnerungen. Amerikaner seien dagegen „dream-driven“, zwei Drittel ihrer Gedanken kreisten um die Zukunft. Asiaten tendierten wiederum zum Jetzt-Denken.

2. Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit. „[Es kommt darauf an,] sich sicher und gelassen mit dem angemessenen Humor und der angemessenen Melancholie in der zeitlich und räumlich ausgebreiteten inneren Landschaft zu bewegen, die wir sind.“ So drückte es einst der Schweizer Philosoph Peter Bieri in einem seiner Bücher aus. Ist die Vergangenheit, sind Erinnerungen ein unveränderliches Fixum? Nehmen wir einmal an, die Vergangenheit sei erinnerte Gegenwart. Wenn ich also an meinen ersten Kuss zurückdenke, so habe ich ein Bild dazu im Kopf, ich habe es vor dem geistigen Auge. Ich glaube, den Kuss sogar hören zu können… Wenn dieses Bild jetzt im Moment da ist, kann ich es dann auch verändern? Ja! Und das wird sogar therapeutisch und bei Coachings genutzt. Im NLP (Neurolinguistisches Programmieren) und auch in Bereichen der Traumaforschung wird mit Bildern aus der Vergangenheit gearbeitet. Dort entwickelte die amerikanische Psychologin Francine Shapiro die EMDR-Methode für posttraumatische Belastungsstörungen. Dabei werden traumatische Bilder aus der Vergangenheit wachgerufen, während der Klient den Fingerbewegungen eines Therapeuten folgt. Es wird vermutet, dass die ungewohnte Augenbewegung im Gehirn zu einer Muster-Unterbrechung führt und Erinnerungen dadurch neu bewertet werden. Zahlreiche Studien weisen die teils frappierend schnelle Wirkung nach. Spannend? Wer mehr dazu wissen will: Die WDR-Sendung „Quarks & Co.“ und die Zeitschrift „Psychologie heute“ haben berichtet. Übrigens gibt es angeblich auch ein Medikament, dass die Kopplung zwischen Erinnerungen und dem jeweiligem schlechten Gefühl aufzulösen vermag: Der Beta-Blocker Propranolol; er wirkt auf das Angstzentrum im Hirn. Hmm… Warum Medizin, wenn es auch ohne geht?

3. Wir besitzen nicht nur ein Gedächtnis. Was ist Ihre früheste Kindheits-Erinnerung? Der Kinderwagen? Das Rollerfahren? Die Einschulung? Und warum kann sich eigentlich niemand an die eigene Geburt erinnern? Die Antwort ist einfach: Unser Gedächtnis ist nicht angeboren, es entwickelt sich in den ersten Lebensjahren. Wir lernen zunächst Handlungen nachzuahmen, uns selbst im Spiegel zu erkennen und etwas später können wir uns schon an ganze Erlebnisse erinnern. Das Gedächtnis ist auch keine „Schublade“, wie früher vermutet. Es gleicht eher einem Kleiderschrank mit mehreren Schubladen. Da gibt es unter anderem das Kurzzeitgedächtnis (es speichert das Gesicht der Bäckersfrau), das prozeturale Gedächtnis (Radfahren!), das perzeptuelle Gedächtnis (Hund ist nicht Katze), das Faktenwissen (Peking ist die Hauptstadt Chinas) und das autobiografische Gedächtnis, welches sich vor allem emotional bedeutende Ereignisse einprägt, wie den ersten Kuss.

4. Erinnerungen sind das Paradies, aus dem uns keiner vertreiben kann. Erinnerungen formen unsere Persönlichkeit und beeinflussen unser Handeln. Doch woran liegt es, dass sich manche Menschen nur an das Schlechte zu erinnern scheinen, während Andere Unschönes sofort wieder vergessen? Erinnerungen sind stets subjektiv und leicht zu manipulieren. (Dies ist auch ein Grund dafür, weshalb die Justiz heute Zeugenaussagen immer weniger Glauben schenkt.) Es liegt also an einem Selbst, ob die Vergangenheit zum Paradies oder zum Knast schlechter Gefühle wird. Achten Sie bewusst einmal darauf, welche schlechten Dinge „an Ihnen kleben bleiben“. Welche negativen Erlebnisse kramen Sie aus der Geschichtskiste immer wieder hervor? Starten Sie, sich auf schöne Erinnerungen zu konzentrieren und diese immer wieder vor dem geistigen Auge zu sehen. Was war ihr größter Erfolg, ihr schönster Urlaub, was haben Sie heute Schönes erlebt? Machen Sie das Perfekt perfekt – Die Zukunft wird es Ihnen danken.

5. Jede Zukunft baut auf einer Vergangenheit auf. Was unterscheidet die Sätze „Ich habe ein Problem“ und „Ich hatte ein Problem“ – richtig! Offensichtlich wurde das Problem im zweiten Satz gelöst. Grammatikalisch hat sich lediglich die Zeitform geändert. Fragen Sie doch ab sofort: „Wie wäre es, wenn ich das Problem bereits gelöst hätte?“ oder in einem anderen Beispiel: „Wie würde es sich anfühlen, wenn ich heute den Erfolg von damals hätte?“ Formulierungen zu verändern, klingt lapidar, doch Sprache hat mehr Macht, als Sie glauben. Die Art, wie wir über unsere Vergangenheit denken und reden, verändert unsere Zukunft. Dazu bald mehr.

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