5 Spielregeln der Veränderung: So holen Sie sich gute Gewohnheiten ins Leben!

 

 

Einfach mal Alles anders machen. (Bild: www.sxc.hu)

Einfach mal Alles anders machen. (Bild: www.sxc.hu)

Veränderung ist sexy und leicht – vorausgesetzt Sie kennen die Spielregeln.

[1] Veränderung braucht einen kraftvollen Entscheider.
[2] Veränderung liebt das Risiko.
[3] Veränderung sagt: „Weniger ist mehr!“
[4] Veränderung mag Treue und Verbindlichkeit.
[5] Veränderung braucht 21 Tage.

2012 – neues Jahr, neue Vorsätze. Ein guter Zeitpunkt also, um sich schöne Gewohnheiten anzulachen, die ihren Erfolg im neuen Jahr manifestieren. Ein guter Zeitpunkt auch, um sich mit der Veränderung zu verbünden. Denn sie ist das Feuer, das Altes vernichtet und Neues erschafft. Lernen Sie ihre Spielregeln kennen und nutzen, arbeiten sie mit ihr zusammen und nicht gegeneinander!

 

[Regel 1] Veränderung braucht einen kraftvollen Entscheider.

An welchem Tag beginnen die meisten Menschen mit einer Diät und gesunder Ernährung? „Morgen!“ Viele Ziele werden immer wieder in die Zukunft und damit aus dem Leben geschoben. Oft wird so lange gewartet, bis die Verhaltensänderung zur Pflicht wird, weil es nicht mehr anders geht. Das ist zu lange …

Einfacher geht’s so: Fällen Sie bewusst die Entscheidung, dass Sie X erreichen möchten. Sätze wie „Ich sollte zu sehen, dass ich X anpacke“ oder „Ich werde versuchen, dass X passiert“ zählen nicht – das sind lasche Formulierungen für eine lasche Motivation. Rufen Sie ihre Entscheidung stattdessen mehrfach laut heraus, spüren Sie den Drang nach Veränderung und die Kraft des neuen Weges. Wenn Sie die Veränderung nicht direkt formulieren und ausrufen können und/oder wenn Sie nichts bei dem Gedanken fühlen, überprüfen Sie ihre Motivation. Gute Gewohnheiten sind Gewohnheiten, die uns anheizen – schon bevor sie da sind.

 

[Regel 2] Die Veränderung liebt das Risiko.

Fast alle Menschen tragen unerfüllte Träume in sich: ein nie begonnenes Hobby, eine für zu waghalsig erklärte Reise, ein Haustier, für das es noch keine rationalen Gründe gab… Weil wir die Ratio oft über unsere Emotionen stellen – wie das Wissenschaft und Gesellschaft predigen – bleiben viele Wünsche und Talente unbelebt. Mit fatalen Folgen: „In 20 Jahren wirst du die Dinge, die Du nicht getan hast, mehr bedauern, als Deine Taten“, sagte schon Mark Twain. Sein Rat: „Mach die Leinen los, verlasse den sicheren Hafen. Fang den Wind in Deinen Segeln, erforsche, träume, entdecke!“ Gehen Sie also auf Nummer unsicher! Nur wer Überraschendes wagt, lernt neue Strategien kennen – eine Geheimformel aus der Evolution. Und auch im Gehirn sind Risiko und Rausch miteinander verwoben: Wenn Sie etwas wagen, wird ihr Belohnungszentrum aktiv und signalisiert: „Hui, das ist aufregend. Das machen wir jetzt öfter!“

 

[Regel 3] Veränderung sagt: „Weniger ist mehr!“

Ich möchte zwei Liter täglich trinken, dreimal die Woche ins Fitnessstudio, viermal im Monat in die Sauna. Ich möchte gelassener werden, meine Freunde öfter anrufen, ach und überhaupt: ein neues Leben muss her… Es reizt – wenn man schon mal dabei ist – gleich mehrere Dinge anzupacken und umzukrempeln. Aber Vorsicht! Ist die Motivation zu Anfang auch groß wie das Silvester-Feuerwerk, verglimmt sie nach und nach – und es bleibt nicht genug Energie, alles zu erreichen. Oft wird dann gar nichts richtig umgesetzt. In Zeiten des Feuerwerks ist es also ratsam, sich nur auf eine einzige Gewohnheit zu konzentrieren und diese an der Wurzel zu packen.

 

[Regel 4] Veränderung mag Treue und Verbindlichkeit.

Es braucht ein gewisses „Commitment“, also ein Einverständnis, für die neue Gewohnheit, um stetig frische Kraft und Motivation zu schöpfen und den Glauben an den Erfolg zu stärken. Benjamin Franklin hat jeden Tag seine Verhaltensweisen kontrolliert und auch Sie sollten sich angewöhnen, große Ziele zumindest aufzuschreiben. Denn das hat größte Erfolgsaussichten, wie Wissenschaftler in Harvard herausfanden: Sie befragten die Uni-Absolventen des Jahrgangs 1979, ob sie ihre Ziele notiert und klar formuliert hätten. Lediglich drei Prozent der Befragten bejahten beides, die anderen hatten keine klaren Ziele oder hatten sie zumindest nicht notiert. Zehn Jahre später wurden die Personen erneut interviewt – das Ergebnis verblüffte sogar die Forscher: Die Drei-Prozent-Gruppe verfügte über ein Einkommen, das zehnmal so hoch lag, wie das der anderen Absolventen…

Es geht also darum, dass Sie ihre neue Gewohnheit notieren und klar formulieren. Sie können dafür die SMART-Methode verwenden, indem Sie sich selbst folgende Fragen beantworten und daraus eine Formulierung schreiben:

Sinnspezifisch: Wie stelle ich mir meine neue Gewohnheit bildlich vor? Was höre, spüre, schmecke, rieche ich, im Moment meines Erfolgs und wenn die gute Gewohnheit in meinen Alltag übergegangen ist?

•  Messbar: Zahlen, Daten, Fakten – Woran merke ich, dass ich gewonnen habe?

•  Attraktiv: Was reizt mich an der neuen Gewohnheit? Warum ist sie toll?

•  Realistisch: Sind meine Vorsätze groß, aber machbar? Sonst droht Frust.

•  Terminiert: Ein Ziel ist ein Traum mit Datum. Bis wann will ich die neue Gewohnheit umgesetzt haben?

Je konkreter und je attraktiver ihr Ziel ist, desto leichter ist es, auf dem Weg dorthin zu bleiben. Notieren Sie also ihre neue Gewohnheit nach der SMART-Regel und hängen Sie sie irgendwo auf, wo Sie sie täglich sehen.

 

[Regel 5] Veränderung braucht 21 Tage.

Gewohnheiten zu ändern, ist keine Zauberkunst. Nix Abrakadabra: Eine neue Verhaltensweise ploppt selten einfach so auf. Laut Wissenschaft dauert es 21 Tage, um eine gewohnheitsmäßige Veränderung zu etablieren, denn so lange braucht es, bis das Unterbewusstsein entsprechend „beeindruckt“ ist und die neue Gewohnheit für unseren Alltag automatisiert – wie das Autofahren (Denken Sie an ihre erste Fahrstunde zurück!), Radeln oder Zähneputzen. Auf diese Weise lassen Sie ihren Alltag in Erfolgs-Automatik ablaufen. „Aus der Pflege glücklicher Gewohnheiten entsteht auch ein glückhaftes Leben“, schreibt Norman Vincent Peale in seinem Buch „Die Kraft positiven Denkens.“

Und so halten Sie durch:

• Wählen Sie sich eine neue attraktive Gewohnheit, zum Beispiel: „Ich werde ab sofort drei Wochen lang täglich zwei Liter Wasser trinken, damit ich gesund bleibe und voller Energie.“

• Streifen Sie sich ein Armband über das linke oder rechte Handgelenk.

• Wenn Sie ihre neue Gewohnheit vernachlässigt haben, wechseln Sie das Handgelenk und beginnen die 21 Tage von vorne.

• Ziel ist es, das Armband volle 21 Tage an einem Handgelenk zu tragen.

• Es kann durchaus vorkommen, dass Sie einige Monate brauchen, um ihr Ziel zu erreichen. Vielleicht schaffen Sie beim ersten Mal nur zwei Tage, dann sind es fünf und schließlich 21. Versuchen Sie es! Die einfachsten Methoden sind oft die besten.

Die Idee stammt übrigens von der Organisation „A complaintfree world“, die auf diese Weise versuchen, Menschen zu einem Leben ohne Beschwerden zu inspirieren. Tolle Idee, oder? Was übrigens auch gut hilft, um durchzuhalten: Verbündete suchen! Das sind Leute, denen man einfach vom Ziel erzählt, um die Anteilnahme zu erhöhen oder Menschen, die das selbe oder ein ähnliches Ziel verfolgen. Ist das Ziel erreicht und die neue Gewohnheit da, kann gemeinsam gefeiert werden! Auf das Durchhaltevermögen, das Feuer und einen veränderten Lifestyle!

 

 

PS.: Eine gute Ergänzung zum Thema „Vorsätze im neuen Jahr“ liefert auch NLP-Mitbegründer Richard Bandler auf YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=Y-6NgtFGCPk

PSS.: Auch das WDR-Format „Quarks und Co“ hat sich dem Thema angenommen: „Gute Vorsätze – die Wissenschaft vom inneren Schweinehund“ lautet die Sendung vom 10. Januar 2012, zu Sehen zum Beispiel 
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