Zielen mit NLP

Nur eines macht ein Traumziel unerreichbar: die Angst vor dem Versagen.“ Paulo Coelho“

Ein Artikel von Carsten Gramatke

Zu Beginn ihres hervorragenden Buches „Neurolinguistisches Programmieren: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung“ schreiben Joseph O’Connor und John Seymour:

„Wenn NLP je in einem Drei-Minuten-Seminar vorgestellt werden müsste, ginge dies ungefähr folgendermaßen. Der Vortragende käme hereinspaziert und würde sagen: „Meine sehr geehrten Damen und Herren, um im Leben erfolgreich zu sein, brauchen Sie sich nur drei Dinge zu merken.

Erstens: Machen Sie sich klar, was Sie wollen; behalten Sie in jeder Situation eine klare Vorstellung von Ihrem Ziel.

Zweitens: Seien Sie wachsam und halten Sie Ihre Sinne offen, so dass Sie wahrnehmen, was Sie bekommen.

Drittens: Haben Sie die Flexibilität, das, was Sie tun, so lange zu verändern, bis Sie das bekommen, was Sie wollen.“

Dann würde er an die Tafel schreiben:  ZielWahrnehmungFlexibilität

Und er würde den Raum verlassen. Ende des Seminars.“

Dies ist sicher eine deutliche Reduktion dessen, was NLP ist und doch sind es gerade die Aspekte Zielorientierung, Wahrnehmung und Flexibilität, die viele Menschen am NLP schätzen. In den 70er Jahren war der größte Teil der Therapie vergangenheits- und problemorientiert – nicht wirklich anders war es in den Bereichen Führung und Politik. NLP legte den Fokus auf Ressourcen und Ziele, im Gegensatz zur Ursachen oder Vergangenheitsorientierung. Das war für viele Menschen eine ganz neue Welt.

 

Ziele

Kurz gesagt ist ein Ziel ein zukünftiger, wünschenswerter Zustand, zu dessen Erreichung wir Ressourcen benötigen. Im Gegensatz zu Werten und Gewohnheiten (dazu mehr in der nächsten Ausgabe) liegen Ziele in der Zukunft. Optimaler Weise folgen die Ziele übergeordneten Werten. Ähnlich einem Kompass zeigen die Werte die Richtung an, in die es geht.  Ziele sind die Stationen auf dem Weg. Auf diese Weise ergibt das Leben einen Sinn, da die Punkte zusammenhängen.

„Ein Problem ist ein Ziel, das auf dem Kopf steht.“ –  Seymour & O’Connor

 

Wünschen – wollen – planen – handeln – haben!

Der Wunsch steht am Anfang, doch bedenke Wünsche sind noch keine Ziele, denn es fehlt die unbedingte Entscheidung. Viele Menschen wären gern schlank und gesund, besäßen gern viel Geld, ein schönes Haus und hätten gern eine erfüllende spannende Beziehung…  Aber bei vielen Menschen sind das bestenfalls Wünsche, keine Ziele! Zu einem  Ziel werden diese durch eine Entscheidung!

An Zielen kann man scheitern, an Wünschen nicht. „Ich möchte/würde gern…“ ist kein Ziel! Und „Ich versuche mal…“ ist keine entschiedene Vorgehensweise.

„A goal is a dream with a deadline!“ Napoleon Hill

Vom Wünschen zum Wollen kommt man also durch eine Entscheidung, durch unbedingte Motivation. Fehlt diese hört ein Mensch beim ersten „Gegenwind“ auf sein „Ziel“ zu verfolgen. An dieser Stelle ist es hilfreich sowohl mit hin-zu-Motivation (das schöne Ziel und was dadurch ermöglicht wird) als auch mit weg-von-Motivation (Unerträglichkeit des gegenwärtigen Zustandes) zu arbeiten.

Wenn Du Dein Ziel die letzten Jahre vernachlässigt hast, hat Toni Robbins 4 Fragen für Dich:

  1. Was hattest Du in den letzten 3 Jahren davon, Dein Ziel NICHT umzusetzen?
  2. Was hätte es Dich gekostet (finanziell, emotionell, …) Dein Ziel umzusetzen?
  3. Was wird es Dich kosten, Dein Ziel weiterhin nicht umzusetzen (zusammengefasst für die nächsten 3 Jahre)?
  4. Was wird es Dir bringen, wenn Du Dein Ziel jetzt umsetzt (zusammengefasst für die nächsten 3 Jahre)?

Und auch, wenn manche sagen, es reicht aus etwas nur ganz stark zu wollen, so scheint es doch nicht zu schaden einen Plan zu haben… Planen ist die dritte Phase auf dem Weg zum Ziel. Ein guter Plan kann verändert werden, wenn sich die Umstände ändern. Zu einer guten Zielformulierung gehört, dass das Ziel konkret und positiv formuliert ist und im eigenen Handlungsraum liegt. „Mein Chef soll aufhören mich schlecht zu behandeln!“ ist kein Ziel im NLP, das ist bestenfalls ein schlecht formulierter Wunsch.

Einen Plan zu haben ist schon einmal sehr gut. Leider scheitern viele Menschen an dem nächsten Schritt. Sie wüssten zwar, wie es geht, aber sie „gehen“ nicht los… Phase 4 ist Handeln und dranbleiben bis das Ziel erreicht ist. Hier geht es vor allem darum eine ausreichend starke Handlungsmotivation aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Oft ist diese Stelle  mit Angst vor dem Scheitern und auch mit  Angst vor der Zielerreichung verbunden. NLP bietet  hier eine Vielzahl von unterstützenden Formaten  wie z.B.  Reframing, Submodalitätenarbeit, Hypnose und Motivationstechniken .

Zwei Tragödien gibt es im Leben eines Menschen: Die eine, nicht zu bekommen, was das Herz sich wünscht, die andere, es zu bekommen. –  George Bernard Shaw

Haben – auch das ist nicht so einfach. Kennst Du auch Beziehungen, die ein gemeinsames Ziel zusammengehalten hat und dann, mit Erreichung des Ziels (z.B. das eigene Haus), zerbrach die Beziehung. Das gibt es öfter als man zunächst denkt. Auch für einen Menschen ganz persönlich kann  die Zielerreichung die Erfahrung plötzlicher Leere bedeuten.

Damit ein Ziel keine unerwünschten Nebenwirkungen hat, sind zwei Punkte empfehlenswert.

  1. Meide Punktziele, bevorzuge Prozessziele. Ein Punktziel ist der Kauf eines Hauses, ein Prozessziel ist das Leben an einem wunderschönen Ort.
  2. Was ist das Ziel, das hinter dem Ziel sichtbar wird? Was wirst Du tun, wenn Du Dein Ziel erreicht hast?

Vielleicht hast Du schon einmal von John Goddard gehört. Als er 15 Jahre alt war, schrieb er  eine Liste mit 127 Zielen , die ihm wichtig waren Bereits 40 Jahre später hatte er über 100 dieser Ziele erreicht. Hier findest Du seine Liste:  www.johngoddard.info/life_list.htm

Er sagte: „Als ich 15 war schienen sich alle Erwachsenen, die ich kannte, zu beschweren, »Ach, hätte ich nur dieses oder jenes getan, als ich noch jünger war. « Sie ließen ihr Leben dahinfließen. Ich war mir sicher, wenn ich mir einen Plan machte, würde mein Leben voller Begeisterung, Spaß und Erkenntnis sein.“

John wusste, um erfolgreich zu sein brauchte er von niemandem eine Erlaubnis. Er entschloss sich damals, das Drehbuch seines Lebens zu schreiben und sich von niemandem Begrenzungen einreden zu lassen.

Und an dieser Stelle noch ein Warnhinweis: Das Verfolgen von Zielen ist eine prima Sache, wenn man dabei die Gegenwart nicht aus den Augen verliert. Sonst nützt Dir kein Ziel der Welt etwas! Toni Robbins wies schon vor vielen Jahren darauf hin, dass zu einem glücklichen Leben sowohl die Wissenschaft der Zielerreichung (Science of Achievement) als auch die Kunst der Erfüllung (Art of Fulfillment) gehört. Vermutlich würde die Kunst der Erfüllung sogar bereits genügen…

 

Carsten Gramatke (Coach und Lehrtrainer, DVNLP) gründete im März 2006 das NLP Wiki NLPedia (www.nlpedia.de) mit inzwischen über 300 NLP Artikeln. Im Jahr 2008 startete er gemeinsam mit Markus Melzer das NLP-Portal (www.nlpportal.org ). Das Ziel des NLP Portals ist es, möglichst viele NLP-Aktivitäten (NLP-Wiki, Trainersuche, Blog, Peergroupsuche, …) auf einer Seite zusammenzubringen. Er lebt in Berlin und Fehmarn und gibt an verschiedenen Ferienorten in Europa NLP-Trainings.

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