5.7 Suggestionen & Affirmationen

Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Anteil der Hypnose sind Suggestionen (lat. Suggestio: „Hinzufügung“). Eine Suggestion ist ein Gedanke, bzw. eine Idee, die umgesetzt werden soll. Dabei ist es zuerst unwichtig, ob es sich um eine Fremdsuggestion oder eine Eigensuggestion handelt. Damit eine Suggestion ihre Wirkung entfalten kann, muss sie angenommen werden. Zum Glück geht dies nicht immer so einfach. Wir haben uns durch unser Leben Sicherheitsmechanismen aufgebaut, die verhindern, dass wir einfach jede neue Idee annehmen. Was einen sinnvollen Schutz vor Manipulationen darstellt, kann einem im Weg stehen, wenn es darum geht, gewünschte neue Ansätze in unser Leben zu integrieren. Um diesen Schutz zu umgehen, gibt es mehrere Möglichkeiten, auf die im Folgenden eingegangen werden soll.

Autorität

jn_vbffjhli-siyan-renWenn uns Autoritäten etwas sagen, nehmen wir es an. Egal, ob es die eigenen Eltern sind oder es ein Arzt ist. Allein aufgrund der Autoritätsstellung wird die Aussage nicht hinterfragt. „Wissenschaftler haben herausgefunden, dass …“ ist ein passendes Beispiel für nicht hinterfragte Autorität. Wir könnten fragen: Welche Wissenschaftler? Wie haben sie das herausgefunden? Wurden das Ergebnis und die Feldstudie selbst kontrolliert? Wie oft wurde das Experiment durchgeführt? Solche und ähnliche Fragen machen schnell deutlich, dass nicht jeder Information blind zu vertrauen ist.

Konsequente Wiederholung

Wenn wir eine Sache nur oft genug gesagt bekommen, werden wir früher oder später daran glauben. Dieser Ansatz birgt jedoch eine Gefahr! Wenn wir uns immer wieder sagen: „Ich bin schön!“, uns aber nicht wirklich für schön halten, kann es geschehen, dass an das „Ich bin schön“ eine kleine, fast nicht wahrnehmbare Ergänzung unbewusst angehängt wird: „Aber das stimmt nicht, ich bin hässlich“ oder Vergleichbares, Sie erinnern sich bestimmt an das Vorwort. Und dieses Anhängsel kehrt die Bemühungen ins Gegenteil.

Ablenkung

xau08x_mkhm-austin-banWenn wir abgelenkt werden, zum Beispiel durch das Fernsehen, werden die Informationen viel weniger hinterfragt und viel bereitwilliger angenommen. So funktioniert Werbung und dies ist auch ein Ansatz, der in der Hypnose verwendet werden kann. Beispielsweise mit der Fixationsmethode, die unsere bewusste Wahrnehmung auf einen unwichtigen Punkt fokussieren lässt, während die Befehle des Hypnotiseurs ins Unterbewusstsein dringen und Trance entstehen lassen.

Eine schöne Verpackung

Eine schön verpackte Suggestion wird leicht angenommen, da wir die Verpackung gerne haben wollen. Ein Beispiel dazu finden Sie gleich im nächsten Absatz mit „Ich erlaube mir … zu sein!“

Der passende Bewusstseinszustand

3-3k_syej1s-julia-caesarWir können auch einen Bewusstseinszustand herstellen, der es uns erlaubt, Suggestionen leichter anzunehmen, das bedeutet im Kontext der Hypnose, dass wir in Trance, den Alpha-Zustand, gehen. Im normalen Coaching ist von einem „ressourcenvollen“ oder „ressourcenreichen“ Zustand die Rede. In einem solchen Bewusstseinszustand ist es dem Klienten möglich, sich kreativ und zielführend zu verhalten und neue Lösungsansätze für bekannte Probleme zu finden. Der Gegensatz hierzu wäre der „ressourcenleere“ oder „eingeschränkte Ressourcenzustand“. Anhand der oben genannten Beispiele ergeben sich einige „Regeln“ für gute Suggestionen.

Die Suggestion muss geglaubt werden können

Damit eine Idee angenommen werden kann, muss sie als „wahr empfunden“ werden. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie wahr sein muss. Es reicht das Gefühl, dass sie wahr ist. Es kann sinnvoll sein, sich einem Thema langsam zu nähern – Stück für Stück. „Ich bin … .“ hat die stärkste Kraft, aber auch die höchste Gefahr des oben genannten Widerspruches. „Ich wähle … zu sein!“ entschärft den möglichen Widerspruch, hat aber weniger Kraft. „Ich erlaube mir … zu sein!“ ist noch sanfter. Eine wunderbare Formulierung ist: „Wie wäre es, wenn, …?“ Sie erlaubt einem, eine Idee anzunehmen, da die Frage ein inneres Bild erzeugt, jedoch kein direktes: „Das ist aber nicht wahr.“

Die Suggestion sollte motivierend sein

Erinnerst du dich noch an die schöne Verpackung? Wenn eine Suggestion ein gutes Gefühl auslöst, wird sie viel lieber angenommen. Beispielsweise hat ein: „Ich bin so glücklich, 70 kg zu wiegen und genau das wiege ich!“, eine ganz andere Wirkung als ein einfaches: „Ich wiege 70 kg.“

Sie sollte positiv formuliert sein

csqw4uqf_hc-damir-kotoricDenk nicht an den rosa Elefanten! Dieses Beispiel hat schon wilde Diskussionen ausgelöst, ob das Unbewusstsein nun das Wort „nicht“ versteht oder nicht. Tatsächlich ist es so, dass unser Wachbewusstsein das „nicht“ nicht direkt verarbeiten kann (wir denken an den rosa Elefanten), unser Unterbewusstsein aber sehr wohl. Deshalb ist es auch essentiell, genau auf die Formulierung der Suggestion zu achten. Zudem ist die Tatsache wichtig, dass etwas erst gedacht werden muss, um es dann nicht zu denken. In dem oben genannten Beispiel muss also erst der rosa Elefant da sein, bevor nicht mehr an ihn gedacht wird. Und das Ganze birgt auch wieder eine Gefahr: jede bildhafte Vorstellung hat die Tendenz, sich zu verwirklichen. Dass jetzt spontan ein rosa Elefant entsteht, ist zwar unwahrscheinlich, es ist nur ein Beispiel. Anders sieht es aber zum Beispiel mit dem Rauchen aus. Wenn ich erst ans Rauchen denke, bevor ich ans Aufhören denke, habe ich zwei widersprüchliche Vorstellungsbilder. Welches wird sich nun verwirklichen? Mögliche Varianten sind: Das Bild vom Nichtrauchen ist viel stärker als das des Rauchens. Sehr gut. Das Nichtrauchen wird sich verwirklichen.?Beide Vorstellungen sind gleich stark. Es wird sich nichts verändern, alles bleibt beim Alten. Nicht ganz: Es gibt einen inneren Konflikt, der Kraft kostet. Die Vorstellung vom Rauchen ist stärker. Der Effekt: das Rauchen verstärkt sich.

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