1.5 Das VAKOG-Modell

Im normalen Wachzustand arbeiten unser Gehirn und unser Geist mit größter Kritikfähigkeit. Das Gehirn bewertet konstant Einflüsse vom eigenen Selbst und von außen. Es selektiert und reagiert, und das sehr schnell. Oftmals, wenn wir noch glauben, wir würden erst abwägen, ist unsere Entscheidung bereits getroffen. Der Grund für die Schnelligkeit ist unsere Umwelt. Wie du bereits weißt, wären wir völlig überfordert damit, alle Informationen, die konstant durch unsere fünf Sinne auf uns einprasseln, einzeln zu bewerten und in Relation zu setzen.

xqjts6dfnf8-shlomit-wolfDeshalb hat unser Vorbewusstsein eine ganz spezielle Funktion: es selektiert die Informationen aus, die unser bewusstes Denken erreichen. Sobald wir eine Strategie gefunden haben, die für uns erfolgreich ist, behalten wir diese bei. Dies unterstützt uns dabei, uns in der Welt zurecht zufinden und aktiv mit ihr interagieren zu können. Anders wäre es gar nicht möglich, wir wären von viel zu viel Information schlichtweg überfordert. Dieser automatische Selektionsmechanismus, der es ja eigentlich gut mit uns meint, führt jedoch auch zu Komplikationen. Zum Beispiel sind ein Großteil der Vorurteile und Glaubenssätze uns selbst und anderen gegenüber, aber auch negative Verhaltensmuster und andere unerwünschte Strukturen unserer Persönlichkeit, die wir gerne positiv verändern würden, auf diesem Mechanismus begründet. Aus evolutionstheoretischer Sicht ist der Prozess, wie unsere vorbewusste Wahrnehmung zu Stande kommt, relativ einfach zu erklären. Als Säugling werden wir in ein bestimmtes Umfeld geboren. Dieses Umfeld reagiert auf uns, sobald wir damit in Kontakt treten. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass ein kleines Kind bei einem der ersten Gehversuche stolpert und hinfällt. Die normale Reaktion ist nicht das sofort einsetzende Weinen, sondern der Blick zur Bezugsperson, in diesem Fall die Mutter. Verzieht diese hier das Gesicht und schreit vor Angst um das Baby auf, wird auch das Kind augenblicklich weinen. Lacht die Mutter jedoch und beruhigt das Kleinkind, es ist  ja alles nicht so schlimm, wird das Kind ebenfalls lachen und wieder aufstehen. Dieses Phänomen ist ebenfalls auf einer neurologisch sehr tiefen Ebene fest verankert und als „Spiegelneuronen“ bekannt geworden. Eine sehr gute Buchempfehlung zu diesem Thema ist „Warum ich fühle, was du fühlst“ von Joachim Bauer.

Je mehr Erfahrungen wir sammeln, je mehr Feedback wir also von unserer Umwelt erhalten, desto mehr Filter programmieren wir unweigerlich in unserem Vorbewusstsein.  Der Begriff „programmieren“ ist hier an das von Pavlow bekannte „Konditionieren“ angelehnt, der beschreibt, dass durch einen externen Reiz eine verknüpfte Reaktion hervorgerufen wird. Auf jeden Fall ist nötig festzuhalten, dass wir nicht ohne Filter funktionieren (zumindest nicht in der Welt und Umgebung, wie wir sie alltäglich kennen).

Das VAKOG – Modell

dpomkearze4-julia-caesarErfolgreiche Kommunikation entsteht immer dann, wenn wir mit unserem Gegenüber bestmöglich in Verbindung treten. Besonders in Momenten, in denen es wichtig wird, die Gefühle des anderen anzusprechen, können Techniken des NLP hilfreich sein.

So nutzen wir beispielsweise das VAKOG Modell, um alle Sinneskanäle zu erreichen und damit das Erlebnis der Erinnerung möglichst lebendig wieder hervorzuholen. Diese fünf Sinneskanäle werden auch als Modalitäten bezeichnet. Je feiner die Eindrücke werden, desto gewichtiger werden die Submodalitäten – die nächst kleineren Bausteine der Sinneskanäle.

Im visuellen Bereich beispielsweise hell und dunkel oder nah und fern, im auditiven Bereich etwa hoch und tief oder laut und leise. Es geht also um die Feineinstellung der Sinne. Führen wir unseren Gesprächspartner, gerade in Momenten, die wir besonders hervorheben wollen, tiefer in eine Emotion, dann können wir uns verschiedener Fragestellungen bedienen, um die Erinnerung klarer zu machen.
Über diese Zusatzinformation in der Kommunikation, die auf die Modalitäten hindeuten, in denen der andere denkt, lässt sich nun individueller auf den Gesprächspartner eingehen. Wir können dadurch „in der Sprache des anderen“ sprechen.  Wir unterscheiden zwischen folgenden Sinneskanälen:

  • Visuell (Sehen)
  • Auditiv (Hören)
  • Kinästhetisch (Fühlen)
  • Olfaktorisch (Riechen)
  • Gustatorisch (Schmecken)

Auf Grund der Anfangsbuchstaben sind diese Modalitäten auch als VAKOG-Modell bekannt. Ein visueller Typ wird dich besser verstehen, wenn du in möglichst bunten und lebendigen Bildern zu ihm sprichst. Auditive Typen hören gerne klingende Begriffe. Menschen, die stark im Gefühl leben, brauchen Gewissheit darüber, ob sich alles Gesagte auch passend anfühlt. Hier einige Beispiele für Worte, die auch in der Sprache für diese Sinneskanäle oft benutzt werden. Diese kannst du je nach Gesprächspartner mehr oder weniger einsetzen, um mit noch mehr Wirkung zu kommunizieren, ebenfalls regst du damit die Vorstellungskraft des anderen an. Einige Beispiele dazu:

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Welcher Typ bist du?  – Teil 2: ?Das Meta Programm Profil
Aber nicht nur die Wahrnehmungstypen sind es, die die Kommunikation beeinflussen, sondern auch die sogenannten „Meta-Programme“. Im NLP sind Meta-Programm Motivations- und Wahrnehmungsmuster, die oftmals auch zur Selbst- und Fremdmanipulation eingesetzt werden können.
Wenn du mehr darüber erfahren will, welcher Meta-Programm-Typ du bist, dann mache doch den kostenlosen Meta-Programm-Profil Persönlichkeitstest:

Welcher Typ bist du?

t-w4_309hi8-pineappleSetze dich mit einem Freund oder einer Freundin zusammen und bitte dein Gegenüber, dir fünf Minuten lang über den letzten, richtig schönen Urlaub zu erzählen. Er oder sie soll dabei eine möglichst „lebendige“ Sprache benutzen. Während der Erzählung schreibst du mit, welche Sinneskanäle aus dem VAKOG und wie oft diese verwendet werden. Nun tauscht ihr die Rollen. Konzentriere dich in der Rolle des Erzählers noch nicht darauf, welche Worte du genau verwendest, leg mehr Wert auf den Inhalt der Geschichte.

Übung: Fesselnd erzählen

Gute Autoren und Geschichtenerzähler, aber auch Politiker oder Manager zeichnen sich durch ihre Sprachgewandtheit aus. Was andere Menschen wie magisch „einzufangen“ scheint, ist aber sehr leicht zu erlernen. Auch du wirst ab jetzt diese Fähigkeit besitzen: Schreibe dir zur Unterstützung deiner nächsten Geschichte auf, welche Sinneskanäle du besonders hervorheben möchtest und welche Worte du verwenden wirst. Dein Fokus sollte auf visuellen, auditiven und kinästhetischen Ausdrücken liegen, olfaktorische und gustatorische kannst du seltener verwenden. Nun erzähle eine Geschichte mit einer Dauer von mindestens fünf Minuten und bemühe dich, in jedem Absatz ein bis zwei unterschiedliche Sinneseindrücke einzubauen. Je mehr du davon nutzt (ohne dass es zu viele werden, wodurch es unnatürlich wirken würde), desto mehr wirst du deine Zuhörer für die Erzählung begeistern. Durch deinen bewussteren Sprachgebrauch fällt es ihnen nämlich viel leichter, die Geschichte „mitzuerleben“. Deshalb wird sie auch besser in Erinnerung bleiben. Dies kannst du natürlich auch bei deiner nächsten Präsentation im Beruf, auf der Uni oder in der Schule einsetzen.

Übung: Das Meta Programm Profil

Aber nicht nur die Wahrnehmungstypen sind es, die die Kommunikation beeinflussen, sondern auch die sogenannten „Meta-Programme“. Im NLP sind Meta-Programm Motivations- und Wahrnehmungsmuster, die oftmals auch zur Selbst- und Fremdmanipulation eingesetzt werden können. Wenn du mehr darüber erfahren will, welcher Meta-Programm-Typ du bist, dann mache doch den kostenlosen Meta-Programm-Profil Persönlichkeitstest: hier klicken.

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